Der Elefantenfuß ist ein echter Hingucker unter den Zimmerpflanzen. Mit seinem verdickten Stamm und den langen dünnen Blättern zieht er die Blicke im Zimmer auf sich. Warum diese spezielle Zimmerpflanze nicht also selbst aus Samen ziehen? Wir erklären dir in diesem Beitrag genau, wie du dabei vorgehen kannst und worauf du achten solltest.
Inhaltsverzeichnis
- Anzuchtsteckbrief: Beaucarnea recurvata
- Woher bekommt man gute Elefantenfuß Samen?
- Das ideale Substrat für die Anzucht
- Ein geeigneter Standort für die Keimung
- Elefantenfuß Samen richtig einpflanzen
- Elefantenfuß: Keimquote und Keimdauer
- Die richtige Pflege von Elefantenfuß-Keimlingen
- Unser Anzuchtset für den Elefantenfuß
- Häufig gestellte Fragen
Anzuchtsteckbrief: Beaucarnea recurvata
Tiefenentspannte Zimmerpflanze für Einsteiger

Anzuchtschwierigkeit: einfach
Keimdauer: 2-5 Wochen
Wachstum: langsam
Neutralkeimer
Überlebenswassertank: Der dicke Stamm (Caudex) funktioniert wie ein großer Wasserspeicher. In seiner Heimat in Mexiko kann der Elefantenfuß daher lange Trockenzeiten überstehen. Er verträgt Trockenheit besser als zu viel Wasser.
Woher bekommt man gute Elefantenfuß Samen?
Der Elefantenfuß (Beaucarnea recurvata) gilt international als eine sehr beliebte Art ihrer Gattung für den Zierpflanzenbereich. Die Vermehrung erfolgt vor allem durch Samen, welche meistens aus Mexiko stammen. Dort gibt es Baumschulen, die den Elefantenfuß (legal) züchten. Allerdings ist die Nachfrage meist höher als das Angebot, sodass illegale Ernten von Samen, wilden Jungpflanzen und auch größeren Pflanzen gefördert werden. Daher ist es wichtig, auf die Herkunft der Samen zu achten.
Der Elefantenfuß ist im Anhang zwei des CITES Abkommens (Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen) gelistet. Das heißt, dass der internationale Handel somit nicht mehr einfach so möglich ist, sondern dieser wird zum Schutz der Art kontrolliert.
Seriöse Händler können dir genau sagen, ob ihre Samen aus registrierten Baumschulen kommen beziehungsweise von kultivierten Pflanzen stammen. Gegebenenfalls geben sie auch Auskunft über ihre CITES-Exportgenehmigung. Im Zweifel solltest du lieber einmal mehr nachfragen, um die Art zu schützen.
Gesunde Elefantenfußsamen erkennst du an ihrer (dunkel)braunen bis schwarzen Farbe. Sie sind klein und fest.
Das ideale Substrat für die Anzucht
Ganz allgemein kann man sagen, dass neben dem Nährstoffbedarf das Substrat einer Pflanze den wichtigsten Faktor für das Wohlbefinden im Topf darstellt. Insbesondere Zimmerpflanzen verbringen dabei meist ihren gesamten Lebenszyklus in Töpfen. Daher ist es umso wichtiger, ein geeignetes Substrat zu finden, welches die spezifischen Bedürfnisse der Zimmerpflanze vollständig erfüllt.
Für den Elefantenfuß gilt es insbesondere auf eine gute Durchlüftung des Substrates zu achten. Dies ist wichtig, um Staunässe zu vermeiden. Der Elefantenfuß verträgt nämlich keine staunassen Bodenbedingungen, welche Wurzelfäule begünstigen.
Schnell abtrocknende Substrate mit guter Durchlüftung können ein schnelles Wachstum und eine hohe Anpassung an die gegebenen Bedingungen des Elefantenfußes begünstigen.
Da der Elefantenfuß eine Sukkulente ist, kann allgemein auf Kakteen- und Sukkulentenerde zurückgegriffen werden. Diese sind allerdings nicht immer optimal auf die Bedürfnisse des Elefantenfußes abgestimmt. Alternativ kannst du dein eigenes Substrat mischen. Ideal ist eine Mischung mit einem hohen Anteil an mineralischen Bestandteilen wie Bims, Perlite oder grobem Sand (ca. 60-80 %) und einem geringeren Anteil humoser Erde oder Rindenhumus (20-40 %). So stellst du sicher, dass das Substrat zwar etwas Wasser halten kann, aber auch eine gute Wasser- und Luftführung aufweist. Wir haben das Substrat in unserem Elefantenfuß Anzuchtset bereits optimal auf die Bedürfnisse des Elefantenfußes angepasst.
Das optimale Substrat für den Elefantenfuß ist ebenfalls Gegenstand wissenschaftlicher Studien. In einer Studie zu verschiedenen pflanzlichen Substraten für den Anbau von Beaucarnea recurvata erzielten eine Mischung aus kompostierten Blättern, Torfmoos und Vermiculit sowie eine Mischung aus Ton, Sand und Torfmoos (Verhältnis 1:1:1 nach Volumen) in Kombination mit Dünger die besten Ergebnisse. Eine weitere Studie empfiehlt die Verwendung von Kokosfasern und Laubkompost (Verhältnis 1:1) zur Förderung des Wachstums und Erscheinungsbildes des Elefantenfußes.
Ein geeigneter Standort für die Keimung
Der Elefantenfuß stammt ursprünglich aus Mexiko und wächst dort an steilen Hängen und felsigem Untergrund. Er ist also an warme Temperaturen (in der Regel über 20°C) gewöhnt. Wähle für die Keimung daher einen warmen und hellen Standort. Die Temperatur sollte circa zwischen 18-29°C liegen. Ein Fenster zur Südseite ist optimal. Sorge vor allem für stabile Keimbedingungen. Das heißt, dein Anzuchttopf sollte nicht an einem Ort mit häufigen Temperaturschwankungen stehen.
Elefantenfuß Samen richtig einpflanzen
Zur Vorbereitung der Anzucht kannst du deine Samen zunächst einige Stunden in lauwarmen Wasser einweichen. Experimentelle Untersuchungen mit Samen des Elefantenfußes zeigen, dass ein Einweichen – insbesondere über längere Zeiträume (z. B. 24 Stunden) – zu einer erhöhten Keimrate und einer schnelleren Keimung führen kann.
Das Einpflanzen der Samen des Elefantenfußes ist sehr einfach. Befolge dabei einfach folgende Schritte:
1. Befülle den Anzuchttopf mit gut durchlässigem, lockerem Substrat.
2. Lege deine (ggf. gekeimten) Elefantenfuß Samen auf die Oberfläche und drücke diese leicht an.
3. Bedecke die Samen anschließend mit etwas Erde.
4. Zum Abschluss solltest du die Erde gut anfeuchten. Am besten geht das mit unserer schonenden Ballbrause.
Man kann die Samen des Elefantenfußes als Neutralkeimer beschreiben, da sie sowohl im Licht als auch in Dunkelheit keimen können. Einige Studien berichten, dass hellere Bedingungen die Keimung leicht beschleunigen oder die Keimrate etwas erhöhen können, während andere Untersuchungen keinen signifikanten Unterschied feststellen konnten. Da Licht tendenziell einen leichten Vorteil biegen könnte, empfehlen wir, die Samen dennoch nicht zu tief zu vergraben.
Elefantenfuß: Keimquote und Keimdauer
Die Samen des Elefantenfuß können unter optimalen Laborbedingungen sehr hohe Keimraten von bis zu 95 % oder mehr erreichen. Diese Werte gelten jedoch nur für kontrollierte Bedingungen und lassen sich nicht direkt auf Topfaussaat übertragen. Hier muss man mit einer niedrigeren Keimquote rechnen.
In unseren Testreihen sind circa 60 % der Samen gekeimt. Werden also drei Elefantenfuß Samen eingepflanzt, dann liegt die Wahrscheinlichkeit, dass mindestens einer keimt, bei stolzen 93,6 %.
Bereits nach zwei Wochen können sich die ersten Keimlinge zeigen. Die typische Keimdauer liegt allerdings zwischen zwei und fünf Wochen.
Die richtige Pflege von Elefantenfuß-Keimlingen
Der Keimling des Elefantenfußes zeigt sich zunächst als hellgrüner, spitzer und aufrechter Spross. Mit der Zeit folgen weitere schmale Blätter, die Grashalmen ähneln.

Nach der Keimung solltest du geduldig sein, da der Elefantenfuß vergleichsweise langsam wächst. Schaffe möglichst optimale Bedingungen, um ihn bestmöglich zu unterstützen und den Prozess zu beschleunigen. Dazu gehört:
- ein heller, warmer Standort (optimale Temperatur zwischen 18-29°C)
- feuchtes, nicht nasses Substrat
- Keine Düngung in den ersten Wochen
Die typische knollenförmige Auswölbung des Stammes vom Elefantenfuß zeigt sich meist erst nach sechs Monaten. Dieses Aussehen behält die Pflanze circa für die nächsten drei bis vier Jahre bei. Erst danach zeigt sich langsam der baumartige Stamm.
Bei Beaucarnea recurvata führt die frühe Ausbildung der knollenartigen Phase im Sämling zur charakteristischen Verdickung der Basis. Diese Struktur entsteht nur bei aus Samen gezogenen Pflanzen, während vegetativ vermehrte Exemplare sie nicht ausbilden.
Häufig gestellte Fragen
Kann ich meine Pflanze auch nach draußen stellen?
Dies ist abhängig von der Klimazone des jeweiligen Wohnortes. In gemäßigten Klimazonen kann es im Winter zu Frost kommen, den die Pflanze nicht gut verträgt. Hier sollte der Elefantenfuß nur in Innenräumen oder maximal kalten Wintergärten gehalten werden. Deutschland liegt beispielsweise in dieser Klimazone.
In wärmeren Regionen kann er ins Freie gepflanzt oder als Kübelpflanze draußen gehalten werden.
Wie groß wird der Elefantenfuß in der Natur?
In der Natur wächst der Elefantenfuß ähnlich einer Yucca-Palme. Der Stamm wächst gerade nach oben und dehnt sich dabei aus. Die Pflanze kann bis zu 9 Meter hoch wachsen mit einem Durchmesser am verdickten unteren Ende von 3 Metern. Am Caudex (verdickte, knollige Basis) bilden sich oft Risse oder Sprünge, wodurch er dem Fuß eines Elefanten ähnelt.
Blüht der Elefantenfuß?
In der Natur blüht der Elefantenfuß auf ganz besondere Weise. Sein Blütenstand ist über einen Meter lang und breit und wächst oben aus der Pflanze heraus. Die eigentliche Blüte ist klein, weiß und verfügt über sechs Blütenblätter sowie Staubblätter. Der Blütenstand besteht aus sehr vielen dieser kleinen Blüten.
Als Zimmerpflanze blüht der Elefantenfuß hingegen sehr selten.
Ist der Elefantenfuß giftig für Haustiere?
Die Amerikanische Gesellschaft zur Verhütung von Grausamkeiten an Tieren (ASPCA) hat den Elefantenfuß als ungiftig für Hunde und Katzen eingestuft. Die Blätter können allerdings scharf sein, sodass die Tiere nicht daran herumkauen sollten, da sie sich verletzen könnten.
Quellen anzeigen
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