Zimmerpflanzen richtig Umtopfen – Der Guide für nachhaltiges Wachstum

Pflanze, die umgetopft werden muss

Wenn der Frühling kommt und mit ihm die warmen Temperaturen, längere Tage und mehr Sonnenstunden, dann erwachen auch unsere Pflanzen aus dem Winterschlaf und beginnen ihr Wachstum. Der Zeitpunkt für ein Umtopfen könnte gekommen sein. Das Umtopfen hilft deinen Pflanzen ihr volles Potenzial auszuschöpfen. Warum du überhaupt Umtopfen solltest, wie du den besten Zeitpunkt zum Umtopfen erkennst, welche Unterschiede es zwischen verschiedenen Töpfen gibt und was sonst noch zu beachten ist, erklären wir dir in diesem ausführlichen Umtopf – Guide.

Inhalt

  1. Warum Umtopfen
  2. Der richtige Zeitpunkt zum Umtopfen
  3. Anzeichen dafür, dass du deine Pflanzen umtopfen solltest
  4. Den richtigen neuen Pflanztopf wählen
  5. Das richtige neue Substrat wählen
  6. Umtopfen Schritt für Schritt

Warum Umtopfen

Für das Umtopfen kann es verschiedene sinnvolle Gründe geben. Der offensichtlichste Grund ist das Wachstum deiner Pflanzen. Werden sie größer, dann nicht nur oberirdisch, sondern auch unter der Erde. Irgendwann reicht dann die Größe ihres alten Zuhauses nicht mehr und sie benötigen einen neuen größeren Topf.

Ein weiterer Grund ist ein ausgelaugtes Substrat. Über die Zeit entziehen Pflanzen dem Boden wichtige Nährstoffe, die dann deiner Pflanze fehlen. Dem Ganzen kann man durch regelmäßige Düngung entgegenwirken, allerdings nicht für immer. Durch Düngung lagern sich im Substrat nach und nach Düngereste an, die deiner Pflanze auch schaden können. Daher solltest du auch wenn du regelmäßig düngst an ein Umtopfen denken.

Ein dritter Grund für das Umtopfen sind Schädlinge. Einige Schädlinge wie zum Beispiel Trauermücken oder manche Napf- und Deckelschildlausarten leben teilweise unter der Erde. Ist das der Fall muss das Substrat gewechselt werden und der Topf gründlich ausgewaschen (z.B. mit 10% Bleiche) oder ausgetauscht werden.

Der richtige Zeitpunkt zum Umtopfen

Zeitraum zum UmpflanzenGrundsätzlich solltest du deine Pflanzen regelmäßig Umtopfen: kleinere schnell wachsende Pflanzen (z.B. Keimlinge) oder einjährige Pflanzen (z.B. Tomaten) mindestens einmal im Jahr, bei besonders schnellem Wachstum auch mehrfach. Ältere und größere Pflanzen können aller 1,5-3 Jahre umgetopft werden.

Der beste Zeitpunkt zum Umtopfen ist während der Wachstumsphase deiner Zimmerpflanzen, also zwischen März und Juli. Speziell kannst du diesen Zeitpunkt daran erkennen, dass deine Pflanzen neue Blätter oder Knospen bilden. Auch zu einem anderen Zeitpunkt ist ein Umtopfen möglich, allerdings setzt das dann deine Pflanzen stärker unter Druck.

Anzeichen, dafür dass du deine Pflanzen umtopfen solltest

Solltest du feststellen, dass das Substrat deiner Pflanze schnell austrocknet, obwohl du regelmäßig gießt oder dass deine Pflanze einfach nicht weiter wachsen will, obwohl notwendige Bedingungen wie Wärme, Licht und regelmäßiges Düngen gegeben sind, kann das ein Anzeichen sein, dass deine Pflanze einen neuen Topf benötigt. Ein weiteres eindeutiges Indiz sind Wurzeln, die bereits aus den Abflusslöchern des alten Topfes herausschauen oder sich außen um den Erdball wickeln und kaum noch Substrat zu erkennen ist (Topfeffekt). Allgemein lässt sich sagen: Sind die Wurzeln viel zu sehen, dann muss der alte Topf schnell gehen.

Ein weiteres Anzeichen fürs nötige Umtopfen ist ein übel-riechendes Substrat oder eine weiße Schicht auf dem Substrat. Diese deutet auf Ansammlungen durch kalkhaltiges Wasser oder einen Pilzbefall hin. Die meisten Zimmerpflanzen sind keine großen Kalkfans. Nach dem Umtopfen solltest du für diesen Fall deine Pflanzen mit Regenwasser statt mit Leitungswasser gießen.

Zu guter Letzt können auch verfärbte und abfallende Blätter darauf hindeuten, dass Pflanzen einen neuen Blumentopf benötigen. Achte hier allerdings auch darauf, dass andere Anzeichen wie herausragende Wurzeln erfüllt sind, bevor du umtopfst. Für geschwächte Pflanzen kann ein Umtopfen nämlich überfordernd sein.

Den richtigen neuen Pflanztopf wählen

Schauen wir uns an welche Materialien zur Option stehen: Klassische Blumentöpfe sind zumeist aus Ton oder Kunststoff, allerdings gibt es auch andere Materialien z.B. Bambusfaser wie bei unseren nachhaltigen Bambustöpfen. Die Materialien unterscheiden sich hauptsächlich in Gewicht und Wechselwirkung mit der Umgebung. Während Kunststoffbehälter leichter zu transportieren sind, sind sie aufgrund ihres niedrigen Gewichtes auch weniger standfest. Sie können Wasser lange speichern und reagieren nicht mit dem Substrat. Tontöpfe hingegen sind luftdurchlässig und speichern Wasser und Nährstoffe aus dem Substrat. Dadurch können sie Überdüngung mildern aber das Substrat in ihnen trocknet auch schneller aus. Die Eigenschafteen von Bambustöpfen liegen in der Mitte zwischen Ton- und Kunststofftopf.

Für den neuen Blumentopf solltest du den Durchmesser je nach Pflanzengröße um 2-5cm erhöhen. Denk daran: ein Topf kann auch zu groß sein. Wenn die Wurzeln den Topf nicht richtig ausfüllen, begünstigt dies Staunässe.

Als Faustregel kannst du dir merken: Eine gute Pflanzen Blumentopf Proportion ist 2:1. Wenn deine Pflanze z.B. 20 cm hoch ist, dann wäre ein 10 cm großer Blumentopf angemessen.

Ein Abflussloch im Boden ist für jeden Blumentopf zu empfehlen, damit zu viel Wasser ablaufen kann und sich keine Staunässe bildet.

Das richtige neue Substrat

Damit deine Pflanze und ihre Wurzeln sich in ihrer neuen Umgebung wohlfühlen könne, brauchen sie ein Substrat, das Halt bietet, Wasser speichern kann, die Pflanze mit Nährstoffen versorgt und eine gute Luftzirkulation ermöglicht. Je nach Pflanzentyp bieten sich dafür unterschiedliche Substrate an. Kakteen benötigen z.B. Sukulentenerde während Palmen spezielle Palmenerde bevorzugen. Genaueres erfährst du unter unserem Beitrag Substrate selber mischen.

Umtopfen Schritt für Schritt

  1. Die Pflanze vom Topf trennen

Bevor du deine Pflanze aus dem Topf holst, sollte diese noch einmal gegossen werden und eine Stunde in ihrem alten Gefäß verweilen. Anschließend kannst du die Pflanze vorsichtig an der Sprossachse fassen und die Unterseite des Pflanzgefäßes halten, um sie unversehrt vom Topf zu trennen. Jetzt ist etwas Fingerspitzengefühl gefragt, um die Wurzeln vom Erdball zu lösen. Die alte Erde sollte abgeschüttelt werden, sodass die Wurzeln nicht mehr an dem Erdball gefesselt sind. Eine Dusche hilft dir dabei, das Substrat von der Wurzel zu trennen.

  1. Wurzeln kürzen

Wurzeln mit Küchenschere geschnittenMöchtest du vermeiden, dass deine Pflanze in Zukunft größer wächst, bietet es sich an, einen Teil der Wurzeln abzuschneiden. Hierzu solltest du eine scharfe Gartenschere verwenden, um saubere Schnitte durchführen zu können. Schneide die Wurzeln vorsichtig bis auf 2-3 cm Entfernung vom Wurzelballen zurück.

Wurzeln und Zweige einer Pflanze hängen unvermeidlich zusammen: Entfernt man einen Ast, dann sterben auch die Wurzeln, die diesen Ast versorgen ab und umgekehrt.

  1. Den neuen Topf befüllen

Wenn du die notwendigen Vorbereitungen abgeschlossen hast, kannst du dich jetzt daran machen, deine Pflanze in ihr neues zu Hause zu begleiten. Falls du einen Topf aus Ton verwendest, sollte dieser am besten über Nacht vollständig mit Wasser gefüllt werden. Dadurch saugt er sich mit Wasser voll, damit er nicht die Feuchtigkeit des neuen Substrates raubt, wenn er zum ersten Mal befüllt wird.

Anschließend wird der Topf so mit Substrat gefüllt, dass sich die Oberseite des Wurzelgeflechts ungefähr 2 cm unter der oberen Kante des Pflanzgefäßes befindet, damit noch Platz für Gießwasser und Wachstum bleibt. Schließlich füllst du weiteres Substrat um die Wurzel herum auf und drückst lediglich die oberste Schicht leicht an. So sorgst du gleichzeitig für einen sicheren Halt der Pflanze und ermöglichst die Aufnahme von Wasser und Luft in das Substrat und durch den Erdball hindurch. Zum Schluss nicht das Angießen vergessen und schon hast du das Umtopfen erfolgreich bewältigt.

Nach dem Umtopfen ist deine Pflanze mit frischem Substrat versorgt und muss für die nächsten 2 Monate erstmal nicht gedüngt werden

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